Das Äussere

01 begin klebrige Schaumstofflocken... 02 foam_rot...überall 03 refurbished_wooden_parts gereingte, neu lackierte Teile 04 refurbished_Chroma Chroma nach Aussenrenovation
Im März 2008 konnte ich einen Rhodes CHROMA erwerben. Mein Traumsynth hatte vorher 15 Jahre lang in seiner Kiste geschlafen. Das Bild, welches sich mir bot, war keine Überraschung, das Phänomen ist bekannt: Die Schaumstoffpolsterung aus dem Case hatte sich in dieser Zeit halb verflüssigt und war nun als klebrige, stinkige, schwarze Masse überall festgeklebt. Ein erster Arbeitsschritt bestand nun darin alles davon zu befreien.  Als Glücksfall hat sich herausgestellt, dass sich der zersetzte Schaumstoff hervorragend in Brennsprit löste. Somit konnte ich das ganz Instrument einmal vom Schaumstoff befreien. Eine Flasche Brennsprit später war also der Chroma wieder einigermassen ansehnlich. Leider hat aber diese Schaumstoffmasse auch im Lack selber seine Spuren hinterlassen, der Lack wurde angegriffen, eine Neulackierung musste gemacht werden. Der alte Lack liess sich mit Aceton vom Holz entfernen, es musste also nichts abgeschliffen werden. Zu diesem Zweck habe ich den Chroma soweit auseinandergebaut, dass ich die Holzteile separieren konnte, mit Aceton reinigen und anschliessend mit Acryllack neu lackieren. Als Resultat hatte ich wieder Holzteile, die wie neu aussahen (das Instrument hatte im Prinzip fast keinen Kratzer). Die rote Färbung des Holzes, welche urprünglich vorhanden war, ging bei der Neulackierung verloren, dies stört mich aber überhaupt nicht.

Das Innere

 

05 Battery_leakeage_CPU_BoardCorpus Delicti: ausgelaufene Speicherbatterien 07 IO_BoardIO Board: stark in Mitleidenschaft gezogen 08 IO_Board_DetailFader zerstört, Leiterbahnen und Lötstellen verätzt 06 EQ_BoardEQ Board: Fader zerstört, überall verätzte Leiterbahnen
Eine genauere Untersuchung des Innenlebens zeigte einen erheblichen Schaden durch die ausgelaufene Speicherbatterie. Das CPU-Board war stark betroffen. Ebenso das IO-Board und des EQ Board, im Prinzip sämtliche Elektronik, die sich unter dem Bedienpanel befindet.

Für das CPU-Board war sowieso ein Ersatz (CC+) vorgesehen und gleich mal geordert. Dieser Schaden fiel somit nicht ins Gewicht. Für das EQ-Board konnte ebenfalls ein Ersatz ausfindig gemacht werden, welches zusätzliche Features bietet. Somit blieb eigentlich nur die Reparatur des IO-Boardes übrig. Leider musste ich nach unzähligen Lötversuchen feststellen, dass dies bei dem Schaden nicht möglich ist. Das Board hatte sich buchstäblich mit der Batterieflüssigkeit aufgesogen. Jeden Tag lösten sich wieder Leiterbahnen, die Lötstellen waren teilweise nicht mehr lötbar. Scheinbar saubere Lötstellen nahmen den neuen Lötzinn nicht an, das ganze Board war komplett "verseucht".

Nach mehreren erfolglosen versuchen auf dem Netz ein Ersatz-IO-Board aufzutreiben, habe ich den Entschluss gefasst, das Board komplett neu aufzubauen. Nach den Platinenlayouts, der Originalplatine und dem Schaltplan habe ich mit dem excellenten Layoutprogramm SparkDesign die Orignalplatine komplett neu gezeichnet. Die aus dem Programm erstellten Gerber-Dateien konnte ich einem Platinenhersteller übermitteln. Nach kurzer Zeit war dann die neue Platine im Haus und konnte neu bestückt werden. Dabei habe ich nur diejenigen Komponenten aus der alten Platine übernommen, die ich nicht neu kaufen konnte. Ein paar Steckkontakte, Tastaturprozessor mit Eprom und die LEDs. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die meisten LS-Logikbausteine (74LS...) durch stromsparende, kompatible CMOS-Bausteine (74HCT...) ersetzt.

Das neue IO-Board und andere Upgrades

thumb 09 new IO Boarddas neue IO Board... 10 new_IO_Board...mit neuen Komponenten
11 new_IO_Boardandere Seite 12 new_IO_Board_Detail74HCT statt 74LS 13 new_IO_Board_Detail alte LED auf neuen Standoffs, Fader und Display NOS 16 CPSCPS Upgrade 17 EQ_IO EQ / IO / CC+ ... alles neu unter dem Panel
Die Elektronik unter dem Bedienpanel konnte nun komplett erneuert ausgetauscht werden. Ein neues EQ-Board, das neue IO-Board und das CC+ Upgrade hauchten dem Chroma neues Leben ein.
 
Ebenso wurde dem Instrument ein neues, stabiles Schaltnetzteil spendiert.
Zuguterletzt wurde auch das Upgrade für den polyphonen Aftertouch (CPS-Upgrade) eingebaut. Die Modifikationen zum CPS-kit sind hier beschrieben.
 
In den ersten Betriebsstunden waren nacheinander noch ein paar CMOS-Schalter auf den Voiceboards ausgefallen, diese konnten aber leicht ersetzt werden.
 
Der CHROMA ist nun bestens bespielbar, in nächster Zeit werde ich noch die Chromatrol-Controller aufsetzen. Klangbeispiele werden folgen.